Webasto Next im Test

von Jonah Sandmann | Aktualisiert am

In diesem Artikel dreht sich Alles um die Webasto Next Wallbox, welche vor allem für private Haushalte gedacht ist. Es handelt sich hier jedoch um eine recht funktionsreiche Ladestation. Zu den Highlights gehören nämlich unter anderem eine Steuerung per App, ein Zugangsschutz & ein dynamisches Lastmanagement – Stichwort PV-Überschussladen.

Auch aufgrund der zahlreichen Funktionen ist die Webasto Live für die KfW-Förderung 440 qualifiziert, sodass Du einen Zuschuss von 900 Euro vom Staat erhalten kannst. Das ist sogar etwas mehr, als der aktuelle Anschaffungspreis für die Wallbox!

Dabei stammt diese Wallbox von einem renommierten Hersteller. Webasto hat sich bereits als Automobil-Zulieferer einen Namen gemacht und verfügt nun bereits über mehrere Ladestationen im Produktportfolio. Doch was genau kann die Webasto Next, was andere Ladestationen nicht können? Hier sind die wichtigsten Fakten im Überblick:

Die Webasto Next im Überblick

Bild: Webasto

Design

Zunächst einmal möchte ich das clevere Gehäusedesign der Webasto Next Ladestation hervorheben. Dieses dient nämlich als Kabelhalterung für das fest installierte Typ 2 Ladekabel. Dadurch wird das Kabel weder schmutzig noch zu einer gefährlichen Stolperfalle. Die Webasto Next gibt es mit zwei unterschiedlichen Kabellängen, nämlich 4,5 oder 7 Meter.

Eine Streckenvariante (ohne Kabel) gibt es leider nicht. Dank eines modularen Aufbaus lässt sich das Kabel aber austauschen, was zum Beispiel im Falle eines Defektes eine recht günstige Reparatur ermöglicht – außerdem kannst Du auf Wunsch (und dem entsprechenden Kleingeld) Dein eigenes Ladekabel an die Wallbox montieren und so die Kabellänge noch erweitern.

Mit Abmessungen von 225 mm x 447 mm x 116 mm ist die Webasto Next größentechnisch im Mittelfeld der Ladestationen einzuordnen. Was man der Wallbox aber positiv anrechnen muss ist, dass das Gehäuse schmal ist und daher kaum von der Wand absteht.

In der Mitte des Gehäuses befindet sich eine schicke LED Anzeige, welche Dir durch unterschiedliche Farben, Farbkombinationen und durch pulsierendes Licht den aktuellen Ladestatus oder Probleme beim Ladevorgang anzeigen kann.Die unterschiedlichen Bedeutungen sind im Prinzip selbsterklärend und simpel gehalten, für kompliziertere Fehlermeldungen reicht dann ein Blick in die Bedienungsanleitung aus.

Die Installation der Webasto Next ist übrigens nicht nur an einer Wand, sondern auch auf einem (separat erhältlichen) Standfuß möglich. Das Gehäuse ist nach IP54 ausreichend gegen Spritzwasser geschützt, sodass Du die Ladestation sowohl im Innen- als auch im Außenbereich installieren kannst.

Funktionen

Zur ersten Einrichtung der Webasto Next Wallbox erstellt die Ladestation einen WLAN-Hotspot, wodurch die Konfiguration einfach an einem Smartphone oder Laptop durch die Webasto App bzw. das Portal durchgeführt werden kann.

Wie bereits angesprochen, ist die Webasto Next mit einigen zusätzlichen Features versehen. Wichtig ist dafür der Internet Zugang Deiner Webasto, welchen Du entweder per WLAN oder LAN Kabel herstellen kannst. Das ist quasi die Basis für die vielen nützlichen Funktionen, welche Dir die Webasto Next bieten kann.

Da wäre zunächst einmal der optional aktivierbare Zugangsschutz, welcher sicherstellt, dass keine unbefugten Personen auf Deine Kosten Strom verbrauchen können. Während die meisten Ladestationen hier einen Schutz per RFID Zugang bieten, setzt Webasto auf eine digitalere Lösung. Du erhältst Zugang per QR Code (Scan & Charge) und über die Webasto Charge App.

Dieser Zugangsschutz funktioniert zwar gut, allerdings hätte ich mir dennoch zusätzlich einen RFID Zugang gewünscht, da diese ganz ohne Smartphone auskommt und daher zum Beispiel für ältere Semester besser geeignet ist.

Da die Webasto Next über einen integrierten Energiezähler verfügt, lässt sich Dein Stromverbrauch direkt in der Webasto Connect App überwachen. Allerdings ist der Energiezähler nicht MID zertifiziert und erst recht nicht eichrechtskonform. Daher ist der Energiezähler eigentlich eine reine Spielerei, denn ohne MID Zertifizierung kannst Du nicht einmal die Kosten Deines Dienstwagens mit Deinem Arbeitgeber abrechnen.

Du hast in der App natürlich noch viele weitere Möglichkeiten, im Prinzip kannst Du allein durch die App die gesamte Webasto Next Wallbox jederzeit und von überall aus steuern. Es lassen sich zum Beispiel Ladevorgänge überwachen, starten oder planen, Du kannst zudem die Ladeleistung anpassen oder Zugänge verwalten.

Des Weiteren ist aktuell ein dynamisches Lastmanagement geplant, welches per Softwareupdate auch auf die Bestandsmodelle aufgespielt werden soll. Hier wird wiedermal deutlich, wie wichtig ein Internetzugang Deiner Wallbox ist, denn nur durch Softwareupdates kann die Wallbox auf dem neusten Stand der Technik gehalten werden. Die Webasto Next kann sich dann mithilfe eines passenden Energiemanagers mit Deiner Solaranlage abstimmen und sich perfekt so einstellen, dass Du zu 100 % mit selbst produzierten Solarstrom tankst. Du tust damit nicht nur etwas Gutes für die Umwelt, sondern eben auch für Dein Portemonnaie, indem Du Deinen Eigenverbrauch mit der Webasto Next steigerst.

 

Zu guter Letzt soll natürlich nicht unerwähnt bleiben, dass die Webasto bereits über einen integrierten DC-Fehlerstromschutz verfügt und daher lediglich die Installation eines kostengünstigen FI-Typ A benötigt wird.

Fazit

Alles in allem sagt mir die Webasto Next sehr zu. Es ist bei dieser Wallbox bereits alles vorhanden, was eine Ladestation für Zuhause meiner Meinung nach haben muss: Ladekabel, Statusanzeige und DC-Fehlerstromschutz. Doch es werden nicht nur die Mindestanforderungen erfüllt, die Ladestation bietet dank Internetzugang noch viele Zusatzfunktionen.

Einziges größeres Manko ist dabei allerdings, dass der Energiezähler nicht einmal MID zertifiziert ist. Das ist besonders für Besitzer eines Elektro-Dienstwagens eine Pflicht-Eigenschaft. Dafür kann die Webasto Next mit einem dynamischen Lastmanagement jeden Besitzer einer Solaranlage überzeugen.

Vorteile

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